TV Technik

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Fernsehtechnik

Die Fernsehtechnik befindet sich seit mehr als einem Jahrzehnt in einer Phase des Umbruchs, in der verschiedene Ansätze zu verzeichnen sind, das eingeführt PAL-System entweder kompatibel zu verbessern oder alternativ dazu neue, verbesserte Übertragungs­verfahren für Bild und Ton einzuführen. So wurden auf der Basis des Frequenzmulti­plex-Systems verbesserte PAL-Verfahren wie I-PAL, Q-PAL u. a. bekannt sowie das auf dem Zeitmultiplex-Prinzip basierende MAC-Verfahren, das nach Beschluß der EG-Kom­mission ein für Europa einheitlicher Standard für Satelliten-Fernsehübertragung werden sollte. Aus der parallelen Entwicklung an einem Hochzeilen-Fernsehen (HDTV) über­nahm man dann für das MAC-Verfahren das 16:9-Bildseitenverhältnis als besonderes Attribut. In einem weiteren Schritt folgte eine „Quasi"-HDTV-Übertragung nach dem zu D2-MAC kompatiblen HD-MAC-Verfahren. Beim Fernsehzuschauer kamen diese Neuerungen allerdings aus verschiedenen Gründen nicht an.

 

grundig monolith mit burosch fubk testbild

 Grundig Monolith Fernseher - noch mit einer alten Kathodenstrahl-Bildröhre im 4:3 Bildformat

 

Im Lager der PAL-Enthusiasten begriff man dies erneut als Chance zur Einführung eines verbesserten PAL-Verfahrens im Zusammenhang mit dem Übergang auf das Breit­bild-Format. Das PALplus-System wurde von einem Gremium, dem verschiedene euro­päische Rundfunkanstalten, das Institut für Rundfunktechnik und namhafte Endgeräte­hersteller angehören, zu einem neuen Standard erhoben.

Die weitere Entwicklung eines HDTV-Verfahrens erfuhr eine entscheidende Wende durch den Beschluß, in den USA nur ein digitales HDTV-Verfahren einzuführen. Damit wurden auch die Weichen für einen digitalen TV-Standard in Europa gestellt, der nun hierarchisch Systeme aller Qualitätsstufen von HDTV über ein verbessertes (EDTV) und das entsprechend bisherigem Standard (SDTV) eingeführte 625-Zeilen-System bis zu einem System mit geringerer Auflösung (LDTV) umfaßt. Die wesentlichen Systemspezi­fikationen des europäischen DVB-Standards wurden bereits vom Technica/Module des DVB-Projektes ausgearbeitet und an das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) zur Verabschiedung weitergeleitet.

Die nahe Zukunft der Fernsehtechnik wurde nun geprägt sein vom Nebeneinander der analogen Bildsignalübertragung mit der Option des 16:9-Bildseitenverhältnisses und einer kompatiblen digitalen Tonsignalübertragung sowie einer rein digitalen Übertra­gung eines Multiplex-Datensignales, dem der Decoder die notwendigen Anteile zur Rückgewinnung der Bild- und Toninformation entnimmt.

Dieser rapiden Entwicklung folgend, war es notwendig, in einer Überarbeitung meines Buches auf diese neuen Verfahren ausführlich einzugehen. Dabei zeigte sich sehr bald, daß dadurch der Umfang des Buches sich zu sehr erweitern würde. So kam es zum Ent­schluß, auf einige Kapitel aus der „Fernsehtechnik - Von der Kamera zum Bildschirm" zu verzichten und dem Werk den neuen Untertitel „Übertragungsverfahren für Bild, Ton und Daten" zu geben. Weggelassen wurden die Kapitel über Bildaufnahme- und Wieder­gabe-Systeme, Studiogeräte und Sender sowie der Komplex des Fernsehempfängers. Nicht zuletzt war für diese Entscheidung auch ausschlaggebend, daß in diesen Bereichen die softwareunterstützte digitale Signalverarbeitung in Prozessoren beachtlichen Raum einnimmt und eine eingehende Beschreibung auch den Rahmen dieses Buches sprengen würde.

Ohne Signalprozessoren und hochintegrierte Speicher-Chips wären die neuen Verfahren in der Fernsehtechnik nicht vorstellbar, sei es nun die sende.- und empfangsseitige Signal­verarbeitung bei dem neuen PALplus-System oder insbesondere bei der mit hoher Datenkompression verbundenen digitalen Fernsehsignalübertragung. Es wurde aller­dings versucht, in diesem Buch wieder in verständlicher Weise die Prinzipien und neuen Verfahren an Hand von umfangreich interpretierten Funktionsabläufen zu beschreiben.

Selbstverständlich kann dabei auf die Grundlagen der Bild.- und Tonsignalübertragung nicht verzichtet werden, und so beginnt die überarbeitete Auflage dieses Buches auch weiterhin mit der Übertragung der Helligkeitsinformation einer Schwarzweiß-Bildvor­lage. In diesem Zusammenhang erscheinen auch im Literaturverzeichnis, das insgesamt auf Veröffentlichungen etwa der letzten zehn Jahre beschränkt wurde, noch einige klassi­sche Bücher der von mir sehr geschätzten Professoren Thiele und Schönfelder.

Vorwort zum Buch, München, im Frühjahr 1995     Rudolf Mäusl

 

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